Hamburg verfehlt seinen Klimapfad. Wie steuern wir zurück?
Das ist die schlechte Nachricht. Die gute: Hamburg läuft seit 20 Jahren grundsätzlich in die richtige Richtung.
Hamburgs erste Klima-Schätzbilanz ist da und das Ergebnis ist ernüchternd. Die zuständige Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA) hat veröffentlicht, dass 2025 die Emissionen gestiegen sind. Um 2,6 %, von 11,7 auf 12 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente.

Bei der anschließenden Recherche zur persönlichen Einordnung freue ich mich: Wenn ich auf die letzten 20 Jahre schaue, läuft Hamburg grundsätzlich in die richtige Richtung. Von 21 Mio. Tonnen (1990) haben wir es auf unter 12 geschafft. Das ist echter Fortschritt (-40 %).
Das Problem ist das Tempo. Das gesetzliche Ziel für 2030 sieht vor, dass Hamburgs Emissionen dann auf 6 Mio. Tonnen gesunken sind. Um das zu erreichen, müssen wir in den nächsten 5 Jahren (2026 - 2030) weitere 6 Mio. Tonnen einsparen. Für diese Menge haben wir zuletzt 20 Jahre gebraucht. 2005 lagen unsere Emissionen erstmalig bei 18 Mio. Tonnen.
Mit unserem bisherigen Kurs würden wir also erst 2045 bei 6 Mio. und 2065 bei 0 Tonnen landen. Unsere Klimaziele (2030: 6 Mio. Tonnen; 2040: 0 Tonnen) erreichen wir so also nicht.
Um unser Ziel zu erreichen, müssen wir unsere Anstrengungen vervierfachen. Das, wofür wir 20 Jahre gebraucht haben, müssen wir nun noch einmal in 5 Jahren schaffen.
Und dann noch einmal in den darauffolgenden 10 Jahren.
Genau diese Botschaft geht meiner Ansicht nach nicht aus der offiziellen Grafik nicht hervor, weshalb ich mir schnell die folgende selbst gezaubert habe. Die möchte ich mit euch teilen, um in Zeiten extremer Positionen einen ruhigen Blick auf die Fakten beizusteuern.

Die gute Nachricht: Diese Transparenz gibt es nur, weil die Hamburger Bürger und Bürgerinnen letzten Herbst per Volksentscheid ein schärferes Klimaschutzgesetz durchgesetzt haben. Die Schätzbilanz der Stadt Hamburg soll zeigen, wann die Stadt vom Kurs abkommt. Und das wird jetzt klar ersichtlich.
Ich denke, jetzt liegt der Ball bei uns allen: beim Senat, der wirksame Maßnahmen auf den Weg bringen kann. Bei Unternehmen, die ihre Spielräume nutzen können. Und bei jedem von uns, mit den Entscheidungen, die wir täglich treffen.
Aber vor allem im Gespräch darüber, was wir als Gesellschaft tun können und was wir voneinander einfordern.
Welche Maßnahmen findest du sinnvoll? Was denkst du inhaltlich zu diesem Beitrag? Was würdest du gerne als nächstes von mir lesen?
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Quellen




Weiterführende Infos
Schätzbilanz & CO₂-Daten



Volksentscheid


Gesetz & Klimaplan



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